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Gedicht von 1849 - abgedruckt in der Werntal-Zeitung vom 7. April 1906

 

Von Würzburg aus da zogen wir

Im trüben Nebelmorgen

Sehr drückend zwar für Mann und Tier

Doch fröhlich ohne Sorgen.

 

Durchzogen Gramschatz's düstern Wald

Berühmt aus Grumbachs Zeiten,

Die Mähre kennt ja Jung und Alt

Der Pfaffe musst viel leiden.

 

Durch dieses Ritters grimmer Wut

Ist Zobel unterlegen,

Doch Grumbach starb, trotz allen Mut

Schmachvoll der tapfere Degen.

 

Wir dachten wohl auf unserm Weg

Der längst vergang‘nen Tage

Und was von diesem Waldgeheg‘

Uns kündet manche Sage.

 

So kam herbei die Mittagszeit

Als an der Berge Höhen

Zu unserer Reiter großen Freud

Man konnt ins Städtlein sehen.

 

Wie war das Tal so schön und bunt.

Mit seinen grünen Huthen -

Und es durchspült den Wiesengrund

Die Wern mit klaren Fluten.

 

Ins Tal hinab ging jeder Blick.

Es war die elfte Stunde -

Ein gut Quartier, wir haben Glück,

Ertöns aus jedem Munde.

 

Und richtig war es prophezeit

Wir wurden gut empfangen

Man schätzet hier des Kriegers Kleid

Und hat vor ihm kein Bangen.

 

Der Bürger ist voll Freundlichkeit

Kommt traulich uns entgegen

Zu jedem Dienste gleich bereit

Man darf den Wunsch nur hegen.

 

Dies wird von uns auch anerkannt

Im Armen wie im Reichen

Arnstein ist in dem Frankenland

Ein Städtchen sonder Gleichen.

 

Drum ist das Städtchen weit und breit

Mit seinen Reb-Gehegen

Auch hochverehrt zu aller Zeit;

Stets wert ihm Gottes Segen. -

 

Es stehe unter seinem Hort

Mög‘ immer mehr gedeihen

Und ich will auch dieses herzlich Wort

Arnstein zum Ruhme weihen!

 

Oberst Paul von Stetten

 

Arnstein, 18. August 2006